Gestaltung von Drucksachen

Das Erscheinungsbild einer Drucksache erleichtert oder behindert
die  Lesbarkeit eines Textes.

Von entscheidender Bedeutung für die Lesbarkeit sind:

Schriftart

Die große Zahl der Schriften kann man generell in zwei Arten unterscheiden: Serifenschriften und serifenlose Schriften.

Serifenschriften erkennt man an den kleinen  Füßchen am Ende jedes Buchstabens. Häufig ist auch die Strichstärke der Buchstaben unterschiedlich stark.

Die Serifen zeigen dem Leser die Richtung und führen ihn von Wort zu Wort. Das bedeutet, Fließtext ist in Serifenschriften leichter lesbar.

 

F=  Serifenschrift

F  serifenlose Schrift

 

Schriftgröße

Die Wahl der Schriftgröße hängt von der Größe der Seite und der Zeilenbreite ab. Serifenlose Schriften wirken bei gleicher Punktgröße oft größer, weil sie mehr Weißflächen brauchen.

In Briefen ist eine Schriftgröße zwischen 10 pt und 12 pt angebracht.

Ein Lebenslauf in einer Schriftgröße von 14 pt oder größer wirkt laienhaft.

Eine Folie mit wenigen Wörtern in großer Schrift kann aussagekräftig wirken. Fehlen Weißflächen wegen zu vieler Wörter, wird sie unübersichtlich und laienhaft.  

 

Dieser Text ist in 1 em mit einer Serifenschrift gesetzt.

Dieser Text ist in 1 em mit einer serifenlosen Schrift gesetzt.

Dieser Text ist 8 pt gesetzt.

Ausrichtung

Text lässt sich links-, rechtsbündig, mittig oder im Blocksatz ausrichten.

Linksbündiger Satz ist gut für die Lesbarkeit, bei Publikationen mit hohem Textanteil ist der Blocksatz zu bevorzugen.

Zentrierte Ausrichtung eignet sich für kurze Titel, Glückwunschkarten, Einladungen.
Längere Texte zentriert oder rechtsbündig gesetzt bremsen das Lesetempo.  

 

Dieser Text ist linksbündig.

Dieser Text ist zentriert.

Dieser Text ist rechtsbündig.

Zeilenlänge

Die Zeilenlänge ist von entscheidender Bedeutung für die Lesbarkeit.

Gut lesbarer Text enthält ungefähr 45 bis 60 Anschläge  pro Zeile, Leer- und Satzzeichen werden mitgerechnet. Zu lange Zeilen erschweren dem Leser das Auffinden der Folgezeile. Zu kurze Zeilen zwingen zu häufigen  Zeilensprüngen und schaffen ein unruhiges Schriftbild.  

 

60 Anschläge pro Zeile sind gut.

Zeilenabstand

Textverarbeitungsprogramme arbeiten in der Regel mit einem automatischen Zeilenabstand, der etwa 20 Prozent größer als die verwendete Schriftgröße ist.

Die Lesbarkeit kann verbessert werden, in dem man diesen Wert etwas erhöht. Die Größe des Wertes hängt von der gewählten Schriftart und der Zeilenlänge ab. Zu großer Zeilenabstand wirkt unprofessionell. Anderthalb Zeilen sind oft zu viel und erinnern an die Schreibmaschine.

Serifenlose Schriften und lange Zeilen brauchen einen größeren Abstand.  

 

Hier ist der Zeilenabstand automatisch vom Programm (Browser) eingestellt.

 
Hier ist der Zeilenabstand nicht so eng

gewählt, wirkt aber zu luftig.

 

Absatzabstand

Ein größerer Abstand zwischen Absätzen erhöht die Lesbarkeit und Übersichtlichkeit. Text ohne Absatzabstand ist  anstrengend zu lesen.

Häufig wird als Abstand eine Leerzeile eingefügt. Das bewirkt in der Regel einen zu großen Abstand. Mit Schreibprogrammen lässt sich der Abstand vor oder nach  einem Absatz feiner einstellen.

Den richtigen Abstand erreicht man, wenn der Fließtext zwar unterbrochen wird, dadurch aber keine weißen Querbänder entstehen.  

 

Im Browser lassen sich die Abstände zwischen Absätzen nicht ohne weiteres fein einstellen.

Hier ist der Abstand vor dem Absatz viel zu groß.

Wortabstand

Der Abstand zwischen den Wörtern beeinflusst die Lesbarkeit eines Textes. In der Regel wird der Wortabstand  automatisch  eingestellt, lässt sich oft aber auch manuell verändern.

Beim Blocksatz sorgen unterschiedliche Abstände zwischen den Wörtern für gleiche Zeilenlängen.

 

Beim Blocksatz kann der unterschiedliche Wortabstand zu hässlichen Löchern im Text führen.

Einzüge

Einzüge unterstützen die Lesbarkeit bei Auflistungen. Zusätzliche Weißflächen zwischen den Absätzen erhöhen die   Übersichtlichkeit und Aufmerksamkeit. Programme machen es in der Regel richtig, wenn man die entsprechenden Funktionen benutzt. Bei Word: „Format/Nummerierung und Aufzählungen“.

Bei der Formatierung eines hängenden Einzugs mit Tabulatoren ist darauf zu achten, dass bei längeren Absätzen die Folgezeilen eingerückt werden.

 

 

Dies ist ein Beispiel für einen hängenden Einzug:

  • Beim hängenden Einzug ist die erste Zeile eines Absatzes nach links hinausgezogen, damit der Aufzählungspunkt deutlich erkennbar ist. Der gesamte Absatz ist nach rechts eingerückt.